Führungskräfte sehen sich heute in nahezu allen Branchen mit wachsender Komplexität konfrontiert. Klimawandel, technologische Umbrüche und geopolitische Unsicherheiten erfordern strategisches Denken, das über traditionelle Grenzen hinausgeht. Im Energiesektor, wo Märkte, Innovation und Politik eng miteinander verwoben sind, bedeutet wirksame Führung, Systeme zu verstehen statt Silos zu pflegen.
Klassische Modelle von Kontrolle und linearer Planung reichen nicht mehr aus. Erfolgreiche Führung beruht zunehmend auf Kooperation, Anpassungsfähigkeit und der Fähigkeit, Prioritäten in einem Umfeld widersprüchlicher Erwartungen zu balancieren. Komplexität zu deuten und unter Unsicherheit Orientierung zu schaffen, ist zu einer zentralen Führungsaufgabe geworden.
Die globale Energiewende verdeutlicht dies in besonderer Weise. Führungskräfte müssen Dekarbonisierung, wirtschaftliche Realitäten und digitale Transformation miteinander in Einklang bringen, oft ohne klare Handlungsanleitungen. Dies erfordert nicht nur technisches Wissen, sondern auch Mut, Empathie und systemisches Denken.
An der Universität St.Gallen steht die Auseinandersetzung mit Führung in komplexen Umfeldern seit vielen Jahren im Zentrum der Executive Education. Im Energiebereich unterstützt der CAS in Renewable Energy Management (REM-HSG) Fach- und Führungspersonen dabei, Transformationsprozesse verantwortungsvoll und wirkungsvoll zu gestalten.
Führung in einer komplexen Welt bedeutet, langfristige Visionen mit konkretem Handeln zu verbinden, Unsicherheit zu verstehen und Zusammenarbeit über Grenzen hinweg zu fördern. Die Energiewende erinnert uns daran, dass Führung heute weniger Kontrolle bedeutet und mehr die Fähigkeit, gemeinsames Denken und Handeln zu ermöglichen.
Über die Autorin / den Autor

Sophie Küffner Research Associate / Doctoral Candidate
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