Betrachten Sie sich selbst als ein Ökosystem. In einem Ökosystem gibt es begrenzte Ressourcen, die klug verteilt werden müssen und Zeit brauchen, um sich wieder aufzufüllen. Ein nachhaltiges Ökosystem ist eines, das dieses Gleichgewicht aufrechterhält – es kann die Bedürfnisse seiner Bevölkerung befriedigen und gleichzeitig die Produktivität über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten.

Mythos perfekte Führungskraft

Für Führungskräfte ist die psychologische Nachhaltigkeit ebenso wichtig. Jeder Mensch hat begrenzte persönliche Ressourcen und unbestreitbare Bedürfnisse, aber in der Arbeitswelt erliegen Leistungsträger oft dem Ideal eines perfekten Mitarbeitenden oder einer perfekten Führungskraft, von der erwartet wird, dass sie so tut, als wären ihre Ressourcen unbegrenzt und ihre Bedürfnisse vernachlässigbar.

Angesichts von Stress und Druck bleibt der ideale Mitarbeitende oder die ideale Führungskraft positiv, flexibel und zuversichtlich. Und wenn sie auf ein Hindernis oder ein Problem stoßen, arbeiten sie härter, versuchen, sich zu verbessern und/oder ignorieren negative Gefühle oder Müdigkeit.

Das Ignorieren, Unterdrücken oder Abwerten unserer Bedürfnisse und Grenzen kann jedoch zu ungesundem Stress und dem Druck führen, immer stark zu sein oder noch härter zu arbeiten. Dies kann ungesunde Bewältigungsmechanismen auslösen, die eine geringere Produktivität und Konzentration sowie eine Reihe von körperlichen und psychischen Gesundheitsproblemen wie Depressionen und Burnout zur Folge haben. Und wenn Führungskräfte ihre eigenen Grenzen und Begrenzungen nicht mehr respektieren, werden sie auch nicht in der Lage sein, ihre Teams effektiv zu führen.

Drei Schritte zur nachhaltigen Selbstführung

Führungspersönlichkeiten führen in erster Linie durch ihr Vorbild. Welche Art von Kultur fördern Sie in Ihrem Team durch Ihr eigenes Beispiel der Selbstführung?

Nachhaltige Selbstführung ist mehr als nur die Aufrechterhaltung einer gesunden Work-Life-Balance. Sie beginnt mit Selbstreflexion, indem man sich Fragen stellt wie: Wie funktioniert mein persönliches Ökosystem? Was treibt mich an und wonach strebe ich? Wie bringt meine Arbeit Sinn in mein Leben? Welche Aspekte meiner Arbeit bereiten mir Freude? Wann verliere ich Motivation und Energie? Welche Bedürfnisse neige ich dazu, zu vernachlässigen? Welche Aspekte meiner selbst neige ich dazu, zu ignorieren oder abzuwerten?

Der zweite Schritt zur nachhaltigen Selbstführung ist die Selbsterkenntnis. Dies beginnt damit, dass wir uns eingestehen, dass wir nicht immer produktiv sein können und dass es Zeiten gibt, in denen wir alle an uns selbst zweifeln, uns überfordert fühlen und/oder Unterstützung brauchen. Perfektionismus ist kein Persönlichkeitsmerkmal, sondern eine Überlebensstrategie. Selbsterkenntnis bedeutet auch, ein:e Expert:in darin zu werden, sich selbst zu lesen und seine Emotionen und Auslöser zu erkennen.

Der letzte Schritt zu einer nachhaltigen Selbstführung besteht darin, die Art und Weise, wie Sie sich selbst führen, tatsächlich zu verändern, indem Sie neue konkrete Strategien für Ihren Arbeitsalltag und Ihr Privatleben übernehmen. Was werden Sie in stressigen Situationen anders machen? Auf welche Stimmen werden Sie (nicht mehr) hören? Welche Grenzen werden Sie für sich selbst setzen? Welche neuen Gewohnheiten werden Sie einführen? Kleine Schritte können oft der Katalysator für positive Veränderungen mit dauerhafter Wirkung sein und neue Muster nachhaltiger Selbstführung schaffen, die Ihr eigenes Wohlbefinden und Ihre Effektivität als Führungskraft steigern.

Erfahren Sie mehr über nachhaltige Selbstführung in Modul 3 des Aiming Higher Women’s Leadership Programme mit Dr. Nilima Chowdhury. Der Kurs beginnt am 8. September – reservieren Sie noch heute Ihren Platz und machen Sie den ersten Schritt zu einer effektiveren Führungskraft!

 

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