Verständnis von Allyship
Unter Allyship versteht man die Unterstützung von Menschen, die zu relativ begünstigten Gruppen gehören (z. B. Männer), gegenüber Menschen aus weniger begünstigten sozialen Gruppen (z. B. Frauen). Um sich erfolgreich als Verbündete engagieren zu können, müssen sich Männer zunächst über geschlechtsspezifische Vorurteile und Hindernisse informieren, mit denen Frauen (und Männer) aufgrund ihres Geschlechts am Arbeitsplatz konfrontiert sind. Mit diesen Informationen ausgestattet, können sie dieses Wissen mit anderen teilen, negative Vorurteile reduzieren und bewusst handeln, um Frauen am Arbeitsplatz zu unterstützen. Ähnlich wie Mentoren stellen Allies Ressourcen und Unterstützung für andere Mitarbeiter:innen zur Verfügung. Aufgrund ihres tieferen Verständnisses für geschlechtsspezifische Barrieren können Allies auch subtile, aber häufige (und schädliche) Handlungen unterbrechen, die Frauen und andere Minderheiten systematisch untergraben und ausgrenzen.

Entscheidend ist, dass sich Allyships auf begünstigte soziale Gruppen wie Männer konzentrieren, da diese häufig über die organisatorischen Ressourcen und die Entscheidungsgewalt verfügen, um (wirksame) Veränderungen zu fördern. Darüber hinaus sind es oft das Engagement und die Massnahmen der Männer für die Gleichstellung der Geschlechter, die die Bemühungen um Vielfalt, Gleichberechtigung und Integration legitimieren.

Den Weg für Top-Talente ebnen
Indem sie überholte Stereotypen in Frage stellen, allzu häufige Mikroaggressionen unterbrechen und die Stimmen derjenigen fördern, die oft ungehört bleiben (z. B. Frauen), können Allies den Weg für Talente ebnen, die es an die Spitze schaffen wollen. Wenn Männer sich als Allies engagieren, erkennen sie an, dass es geschlechtsspezifische Vorurteile gibt, und sind sich gleichzeitig bewusst, wie wichtig es ist, eine Kultur zu schaffen, in der jeder aufgrund seiner Fähigkeiten und Beiträge erfolgreich sein kann – unabhängig von seinem Geschlecht. Wenn beispielsweise ein Kollege eine weibliche Mitarbeiterin während einer Besprechung wiederholt unterbricht, kann ein Ally dieses Verhalten erkennen und sein Privileg nutzen, um ihre Stimme zu verstärken und auf ihren Beitrag aufmerksam zu machen. So schaffen Allies eine integrativere Arbeitsplatzkultur, die eine Kultur fördert, in der sich jeder wertgeschätzt fühlt und gehört wird.

Ausserdem sorgen sie dafür, dass alle Mitarbeitenden Zugang zu Ressourcen und Erfahrungen haben, um ihre Karriere voranzutreiben. Zum Beispiel haben Frauen oft mehr “unsichtbare” Aufgaben am Arbeitsplatz (z. B. die Organisation von Veranstaltungen und das Mitschreiben in Sitzungen) und erhalten gleichzeitig oft weniger gutes Feedback und weniger Entwicklungsmöglichkeiten. In solchen Fällen können Allies einspringen, um das Spielfeld zu ebnen, indem sie dafür sorgen, dass Frauen und Männer die gleichen Chancen erhalten, um am Arbeitsplatz erfolgreich zu sein.

Allyship als Führungspersönlichkeit
Durch die Teilnahme an Allyship gehen Männer auch am Arbeitsplatz voran, indem sie die Fähigkeiten entwickeln, die erforderlich sind, um die immer komplexeren Herausforderungen moderner Unternehmen zu meistern. Indem sie Frauen unterstützen, üben und entwickeln Männer wichtige Führungsqualitäten wie Perspektivenübernahme, aktives Zuhören, Kommunikation, Demut und Mut. Das Erkennen oft unsichtbarer geschlechtsspezifischer Vorurteile und tief verwurzelter männlicher Privilegien, das Eingehen auf die Bedürfnisse anderer und das Ergreifen von Maßnahmen erfordert mehrere dieser Soft Skills. Dies sind auch wesentliche effektive Führungsfähigkeiten für widerstandsfähige, nachhaltige und leistungsfähige Arbeitsplätze im Allgemeinen.

In Zeiten von Talentknappheit und “Pipeline”-Problemen können Allies Unternehmen dabei unterstützen, das Beste aus ihren ausgebildeten Talenten herauszuholen und sicherzustellen, dass diese zur Teamleistung beitragen können.

Sind Sie neugierig auf mehr?
Sind Sie – oder jemand, den Sie kennen – an (männlicher) Allsyhip interessiert? Wir haben kürzlich das Programm Male Allyship Training am CCDI (FIM-HSG) entwickelt, um Männer mit dem Wissen und den Fähigkeiten auszustatten, die sie benötigen, um in ihren Organisationen als Ally voranzugehen. Im Rahmen des Programms haben Männer die Möglichkeit, über ihre Herausforderungen als Ally zu sprechen und sich mit anderen Männern auf ihrem Weg zum Ally auszutauschen und zu vernetzen.

Insgesamt ebnen Männer durch Allyship nicht nur den Weg für Top-Talente, sondern kultivieren auch wichtige Führungsqualitäten.

Über die Autorin / den Autor

Gloor

Prof. Dr. Jamie Gloor Assistant Professor

eugenia bajet

Eugenia Bajet Mestre Programme Manager und Research Assistant

Newsletter

Die neusten Beiträge direkt ins Postfach.

Newsletter [DE]

Beitrag teilen

Weitere Beiträge

  • Internationale Auszeichnung für Forschung zur digitalen Transformation für EMBA-Dozent Prof. Dr. Jan Marco Leimeister

  • Universität St.Gallen im Financial Times Executive Education Ranking 2024 unter den Top 20 weltweit!

  • Forschungsprojekt von Prof. Dr. Damian Borth auf dem Gebiet des maschinellen Lernens wird vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstützt

  • «Elite Quality Index 2024“ mit Prof. Dr. Tomas Casas platziert die Schweiz auf Rang zwei

  • Karolin Frankenberger hat ein neues Buch publiziert